PV Austria: “Wien erkennt Ernst der Lage”
In Wien soll zukünftig kein Wohn- und Bildungsgebäude mehr ohne Photovoltaik-Anlage errichtet werden. Der Verein Photovoltaik Austria begrüßt diese Entscheidung und sieht diese als notwendig.
Die Änderungen in der Wiener Bauordnung wurden vor kurzem von Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) und Grünen-Planungssprecher Peter Kraus als Novellierungsentwurf der Öffentlichkeit vorgestellt.
Wien “erkennt Zeichen der Zeit”
“Wien hat als erstes Bundesland die Zeichen der Zeit erkannt, und geht mit der PVVerpflichtung einen sehr wichtigen Schritt!“, freut sich Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Photovoltaic Austria (PVA). Der PVA freut sich, dass damit eine seiner wichtigsten Forderungen im ersten Bundesland umgesetzt wird. “Wir als Interessensverband der Branche haben dazu mit der Stadt Wien diverse Gespräche geführt. Nun gilt es die übrigen Bundesländer mit ins Boot zu holen und das ,Modell Wien‘ auf ganz Österreich auszuweiten”, so Paierl weiter.
“Im Zusammenhang mit der Klimakrise darf es nicht mehr möglich sein, Gebäude zu errichten, die Energie und Flächen verbrauchen, aber nicht gleichzeitig zur Sonnenstromproduktion genutzt werden”, ergänzt Vera Immitzer, Geschäftsführerin des PVA.
Strom kann direkt im Gebäude verbraucht werden
Galt die PV-Verpflichtung in Wien bisher nur für Industriegebäude, müssen jetzt auch neu errichtete Wohngebäude und Bildungsbauten verpflichtend mit einer PV-Anlage ausgestattet werden. Die Höhe der PV-Verpflichtung ist so gewählt, dass der produzierte Strom direkt im Gebäude verbraucht werden kann. Die Verpflichtung sieht im Novellierungsentwurf dabei 1 kWp pro charakteristischer Länge des Gebäudes und 1 kWp für je 300 m² konditionierter Brutto-Grundfläche vor. Diese Mindestanforderung soll auf Gebäuden, bei denen es Sinn macht, mit entsprechenden Förderanreizen übertroffen werden.
Genau diese Regelung des Beitrages zur Deckung des Strombedarfs vor Ort sieht der Vorsitzende der Österr. Technologieplattform Photovoltaik, Hubert Fechner, “als enormes Potential, um die umweltfreundliche lokale Stromerzeugung einer umfangreichen Anwendung zuzuführen, die über das intelligente Management herkömmlicher Stromanwendungen im Gebäude bis zur Elektromobilität reichen kann. Die Anhebung der Photovoltaikleistung pro Gebäude sowie die gesetzliche Ermöglichung von Stromaustausch mit naheliegenden Objekten, muss der nächste Schritt sein.”