Frisches Design im Blick
Die „Blickfang“ gibt jedes Jahr bereits im Oktober eine Vorschau auf die Designtrends des kommenden Jahres. Und die sind heuer so vielfältig wie selten zuvor.
Zum Teil können sie unterschiedlicher nicht sein, eines haben sie allerdings alle gemeinsam – ein hohes Maß an Kreativität, sprühenden Ideenreichtum und die Liebe zu gutem Handwerk. Die Rede ist von jenen (Jung)Tischler*innen, Designer*innen, Manufakturen und Labels aus Österreich und ganz Europa, die sich und ihre spannenden Produkte Jahr für Jahr auf der Designmesse Blickfang im Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK) präsentieren – im Oktober 2024 geschah das bereits zum 21. Mal. Neben Schmuck und Mode stehen Möbel und dekorative Designobjekte im Fokus. Hier eine kleine Auswahl in Bild und Text aus den über 150 Ausstellenden.
Interaktiv und modular
Im Vorfeld der Messe machen sich Trendscouts auf die Suche nach besonders aufstrebende Newcomer*innen, an welche im Rahmen der „Future Forward“-Auszeichnung geförderte Standflächen vergeben werden. 2024 bot sich als Gewinnerin der polnischen Designerin Gabriela Kawinska so die Chance, ihre interaktiven Kindermöbel „Pinocchio“ dem österreichischen Publikum zu präsentieren. Inspiriert von verschiedenen Kunstformen und traditionellen Holzspielzeugen entwickelt sie modulare Holz-Möbel, die es Kindern ermöglichen, ihre Umgebung spielerisch zu gestalten und zu verändern.
Hommage an den Brutalismus
Ebenso zu den Gewinnerinnen – nämlich zu jenen des begehrten Designpreises, der im Rahmen der Messe von einer Fachjury vergeben wird – zählt die „junge“ Linie der Tischlerei Farthofer, vor Ort vertreten u.a. durch Cordula Farthofer. Ein Teil der Kollektion ist die an eine Skulptur erinnernde Kommode „Are“, die die Jury besonders beeindruckte. Das Möbel ist in unterschiedlichen Abmessungen und jeweils in massivem Ahorn-, Birnen- oder Eichenholz erhältlich. Besonders viel „Wetter“ macht das „schwarze Schaf der Familie“ aus Eiche geköhlt. Die beinahe brutalistisch anmutende Optik ist durchaus gewollt und wird durch die Oberflächenbearbeitung mittels Motorsäge nochmals verstärkt.
„Indie Pop Furniture“
Minimalismus in Farbe: In den Objekten des deutschen Künstlers und Designers Klaus Ebbers verschmelzen Malerei, Skulptur und Möbel. Der ausgebildete Tischler verarbeitet neben (Alt)Holz rotbraune Siebdruckplatten, farbiges Linoleum und Metall, lackiert oder bemalt.