Energetischer Glastausch

Brüsseler Jugendstil trifft Vakuumisolierglas

02.04.2025

Eine Brüsseler Familie wollte ihre erworbene Jugendstil-Villa nicht nur stilecht, sondern auch energetisch sanieren. Einen Schwerpunkt der thermischen Isolierung bildete der Tausch der Einfachverglasung der rund 30 antiken Holz-Sprossenfenster mit 86 Vakuumisoliergläsern.

Brüssel hat den Beinamen “Hauptstadt des Jugendstils” den fast tausend Gebäuden, die im Jugendstil erbaut wurden, zu verdanken. Einige von ihnen sind als Unesco Weltkulturerbe eingestuft, andere dienen abseits der touristischen Routen als stilvolle Wohnhäuser.
Im Gegensatz zur Opulenz der berühmten Prachtbauten weist das Modernisierungsobjekt in der Gemeinde Uccle im Süden Brüssels nur wenige Elemente der jugendstiltypischen Formensprache wie geschwungene Linien, florale Ornamentik oder detailreiche Fenster- und Fassadenverzierungen auf. Auch die runden Ochsenaugen sowie die Balustraden um die Terrassen und Balkone sind eher vergangenen Stilepochen entnommen. Das charmante Mansardwalmdach ist mit Schiefer eingedeckt, einem Baumaterial, das in der Region Brüssel aufgrund der Nähe zu den Schiefersteinbrüchen in den Ardennen oft verwendet wird.

Großflächige Sprossenfenster mit Einfachverglasung

Aufgrund der zurückgenommenen Gebäudehülle sind die großflächigen Sprossenfenster gestaltprägend für den Charakter der Villa. Im Erdgeschoß beleben zweiflügelige Rundbogenfenster mit Achter-Sprossierung, horizontaler Kämpferteilung sowie Bogenfaschen die eher schlichte Fassade, die, abgesehen von einer strukturierenden Putzquaderung zwischen den Fenstern, glatt geputzt ist. Im ersten Obergeschoß zieren plastisch ausgeformte, dekorative Stuckumrandungen die rechteckigen Sprossenfenster. Im Innenbereich sind die originalen Treibriegelverschlüsse und Griffoliven eine besondere Augenweide. Da die bestehenden Holzrahmen in einem hervorragenden Zustand waren, suchte die Eigentümerfamilie nach einer Lösung für einen energetischen Glastausch der Einfachverglasung, bei dem der historische Charakter der Fenster erhalten blieb, die Dämmwerte hingegen modernsten Standards entsprachen. Aufgrund der schmalen Rahmen kam eine traditionelle Zweifachverglasung nicht in Frage, daher fiel die Wahl auf “Fineo” Vakuumisoliergläser.

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Aufgrund der schmalen Rahmen kam eine traditionelle Zweifachverglasung nicht in Frage, daher fiel die Wahl auf "Fineo" Vakuumisoliergläser. © Fineo
Aufgrund der schmalen Rahmen kam eine traditionelle Zweifachverglasung nicht in Frage, daher fiel die Wahl auf “Fineo” Vakuumisoliergläser. © Fineo

Effiziente Wärmedämmung mit schlanken Gläsern

“Die innovative Struktur von Fineo bietet ein außergewöhnliches Potenzial. Das Geheimnis liegt in zwei Glasscheiben, die durch ein hauchdünnes Vakuum von nur 0,1 Millimeter getrennt sind”, erläutert Roland Skomda, Vertriebsleiter D-A-CH für Fineo by AGC. “Dieser minimale Hohlraum fungiert als hocheffiziente Wärmedämmung, indem er die Wärmeübertragung durch Wärmeleitung und Konvektion nahezu vollständig unterbindet. Im Gegensatz dazu setzen herkömmliche, dickere und schwerere Doppel- oder Dreifachverglasungen auf Gase wie Argon oder Krypton im Zwischenraum.”
Dank dieser innovativen Technologie erreicht “Fineo” laut Herstellerangaben die Wärmedämmwerte einer Dreifachverglasung bei einer Dicke von lediglich 6,7 bis 11,7 Millimetern. In der Villa in Uccle wurde der Ug-Wert so von 5,8 auf 0,7 W/(m2K) gesenkt.

Der minimale Hohlraum zwischen den beiden Gläsern fungiert als hocheffiziente Wärmedämmung. In der Villa in Uccle wurde der Ug-Wert damit von 5,8 auf 0,7 W/(m2K) gesenkt. © Fineo
Der minimale Hohlraum zwischen den beiden Gläsern fungiert als hocheffiziente Wärmedämmung. In der Villa in Uccle wurde der Ug-Wert damit von 5,8 auf 0,7 W/(m2K) gesenkt. © Fineo

Glastausch eröffnet neue Marktchancen in der Fenstersanierung

Mehr noch als der Jugendstil hat ein revolutionäres Verfahren für die Fensterglasherstellung Belgien einen Platz in den Annalen der Architektur gesichert. 1880 war das Land der weltgrößte Glaslieferant. 1902 entwickelte der belgische Ingenieur Emile Fourcault das erste mechanische System zur Herstellung von Glas. Dieses vertikale Ziehverfahren verdrängte nach und nach das Mundblasverfahren, das bis dahin für die Herstellung von Fensterglas verwendet worden war. Bis heute bleibt Belgien untrennbar mit der Geschichte des Glases verbunden.
“Mit unserem Vakuumisolierglas, das wir ausschließlich im belgischen Lodelinsart herstellen, haben wir dieser Historie ein weiteres, innovatives Kapitel hinzugefügt”, so Skomda. “Im Gegensatz zur herkömmlichen Isolierverglasung wird der Scheibenzwischenraum nicht mit Inertgas befüllt, sondern unter Vakuum entgast. Da jede Fineo-Scheibe maßgefertigt wird, lassen sich die unterschiedlichsten Formen realisieren, wie Bogenformen oder kreisrunde Gläser für Ochsenaugen-Rundfenster.”
Der mit der Revitalisierung in Uccle beauftragte Spezialist RenoWindow hatte die Chancen, die sich im Marktsegment Sanierung für Fensterbaubetriebe und Renovierung ergeben, früh erkannt. Rund 15.000 Fenstergläser hat der zugelassene “Fineo”-Installateur seit der Gründung im Jahr 2019 bis heute getauscht, viele davon gegen “Fineo” Vakuumisolierglas.

Für die Fenstersanierung mussten nur die bestehenden Fensterflügel bearbeitet werden, Holzrahmen und Mauerwerksanschluss blieben unberührt. © Renowindow
Für die Fenstersanierung mussten nur die bestehenden Fensterflügel bearbeitet werden, Holzrahmen und Mauerwerksanschluss blieben unberührt. © Renowindow

Zeitsparende Revitalisierung

Die Renowindow-Experten sind von den Vorteilen einer Revitalisierung antiker Fenster überzeugt: “Wir haben in Uccle nur die bestehenden Fensterflügel bearbeitet, Holzrahmen und Mauerwerksanschluss blieben unberührt. Unser Verfahren brachte also kaum Unruhe in das Familienleben und ist darüber hinaus wesentlich wirtschaftlicher als ein kompletter Fenstertausch, denn historisierende Fenster müssen immer aufwändig von Hand nach Maß gefertigt werden. Müssen die Holzrahmen nicht renoviert oder von Grund auf lackiert werden, benötigen wir im Schnitt einen Arbeitstag direkt vor Ort.”
Im ersten Schritt wurden in Uccle die bestehende Einfachverglasung sowie die Sprossen entfernt. Anschließend wurden etwa 2 bis 3 mm des Holzflügels abgefräst, um die geringfügig dickere “Fineo”-Verglasung einsetzen zu können. Nach dem Einsetzen wurden die neuen Sprossen angebracht.
Für die Fensterrenovierung in denkmalgeschützten und kulturhistorisch bedeutsamen Gebäuden kann “Fineo” in seiner Heritage-Reihe mit Fourcault-Glas kombiniert werden, um die Ästhetik eines Restaurierungsglases zu erzielen und so das historische Erscheinungsbild der Fassade bewahren. “Sind die Auflagen des Denkmalschutzes besonders streng, ist es möglich, Fineo-Glas in kleinen Abmessungen herzustellen und zwischen vorhandene Sprossen einzusetzen, die erhalten werden müssen”, erklärt Jochen-Paul Hoffmann, Vertriebsleiter Nordwestdeutschland und Dänemark und informiert: “Dies geht jedoch mit einem gewissen Wärmeverlust einher. Deshalb ist eine durchgängige Verglasung, auf der neue Sprossen angebracht werden können, aus energetischer und natürlich auch wirtschaftlicher Sicht in der Regel die beste Wahl. ”
(bt)