Glasarchitektur

Intelligente Planung für höchste Energieeffizienz

03.04.2025

"8 Bishopsgate" ist ein 50-stöckiger, 204 Meter hoher Wolkenkratzer in der City of London. Das Bürogebäude erreicht die beste Energieeffizienzklasse "EPC A" und wurde mit dem Zertifikat "BREEAM Outstanding" ausgezeichnet. Eine doppelschalige Aktivfassade trägt dazu bei und minimiert den CO2-Footprint des Gebäudes und den Bedarf für Klimatisierung – mit einem besonderen Stahlskelett, Sonnenschutz- und Low-E-Verglasungen sowie einer lichtgesteuerten Verschattung.

Die City of London besticht immer wieder durch neue Gebäude, die insbesondere durch exzellente Nachhaltigkeit überzeugen. So auch “8 Bishopsgate”, ein gemischt genutztes Bürogebäude mit biodivers begrünten Außenterrassen, einem Auditorium für 200 Personen und einer öffentlichen Aussichtsgalerie – The Lookout – an der Spitze des 50-stöckigen Gebäudes. Das Bürogebäude wurde von Stanhope für Mitsubishi Estate London entwickelt und von Arup und Wilkinson Eyre entworfen.

© Dirk Lindner
© Dirk Lindner

Die Gesamtmaße des Gebäudes wurde durch den Kontext des City-Clusters, die Beschränkungen des London View Management Framework und die schützenswerte Ansicht auf St. Paul’s bestimmt: Das abgestufte Profil gestapelter Segmente maximiert die vermietbare Fläche und schützt gleichzeitig die Aussicht auf die Kathedrale. Um den visuellen Stapeleffekt zu verstärken, kragt jeder Block an der Westfassade aus und nimmt sich leicht gedreht aus der Ebene, um sich an die unterschiedlichen Gebäudehöhen und -formen des umgebenden Stadtbilds anzupassen – das Gebäude erhielt darum bereits den Spitznamen “Jenga”. Auf den so entstehenden Zwischenebenen bieten großzügig begrünte Dachterrassen Platz für Erholung und spektakuläre Aussichten auf die City. Für hohe Biodiversität wurden diese sowohl hart als auch weich begrünt. Eine Regenwasserdämpfung schützt die Kanalisation, indem sie den Abfluss des Regenwassers verlangsamt. Das aufgefangene Regenwasser wird gefiltert und für die Bewässerung und Toilettenspülung wiederverwendet, um den Wasserverbrauch zu senken.
Eine etagenweise Lüftung ermöglicht im gesamten Gebäude die bedarfsgerechte Anpassung des Luftstroms über CO2-Sensoren. Rund 60 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs werden durch die Wiederverwendung der Abwärme des Kühlsystems gedeckt. Arup nutzte analytische Simulationen um jedes Bauteil für seine individuelle Belastung auszulegen und reduzierte damit das Gewicht des Stahlskelettes um 25 Prozent – das spart 5.000 Tonnen CO2 ein. Weitere 140 Tonnen CO2 wurden durch optimierte Trägerabstände für die höheren Stockwerke vermieden. Die Ingenieure entwickelten zudem ein neuartiges Fundament, das nur rund ein Drittel der Pfähle benötigt, um die große vertikale Last in den Boden abzuleiten – zwei Monate Bauzeit gespart und dazu 3.000 Kubikmeter Beton.

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Intelligente Glasfassade für Komfort und Energieeffizienz

Jedes architektonische Hauptelement von 8 Bishopsgate besitzt einen individuellen Charakter. Der untere Baukörper wurde mit Naturstein verkleidet und besitzt große quadratische Fenster, der mittlere und der obere Block wurden vollständig doppelschalig verglast. Um die Intensität der Sonneneinstrahlung und Blendung zu regulieren, entschieden sich die Planer für eine 200 Millimeter tiefe Closed Cavity Fassade mit innenliegenden automatisierten Jalousien. Dachsensoren ermitteln ganztägig die Intensität und Position der Sonne und passen die Verschattung variabel an, was die Kühllast des Gebäudes erheblich reduziert. Diese Glasfassaden wurden nach individueller Anforderung mit einer Projektbeschichtung (“ipasol bright white LR”) und “iplus”-Wärmedämmverglasungen von AGC Interpane Architectural Glass ausgestattet. Bis zur mittleren Gebäudehöhe, wo der zweite Block in einer großzügigen Dachterrasse endet, kommen vor allem “iplus 1.0” Wärmedämmverglasungen zum Einsatz, die für Tageslicht sorgen (TL = 78 % ), vor dem Auskühlen des Gebäudes schützen (Ug = 1,0 W/(m2K)) und bei tiefstehender Sonne solare Energiegewinne ermöglichen. Darüber, im dritten Segment des Stapels, bilden Prallscheiben mit der Designbeschichtung “ipasol bright white LR” die Außenhülle einer Closed Cavity Fassade. Die besonders helle Funktionsbeschichtung transmittiert viel sichtbares Tageslicht (TL= 83 % im mono-VSG-Aufbau) und senkt die Reflexion um rund ein Drittel gegenüber der standardmäßigen Beschichtung mit “ipasol bright white”.

"The Lookout" mit spektakulärem Blick über London. Als Basisglas diente hier das eisenarme "Clearvision" der AGC-Gruppe. © Dirk Lindner
“The Lookout” mit spektakulärem Blick über London. Als Basisglas diente hier das eisenarme “Clearvision” der AGC-Gruppe. © Dirk Lindner

Den inneren Teil der CCF bildet eine “iplus 1.1”-Wärmedämmverglasung im Zweifachaufbau, die für hohe Tageslichttransmission optimiert ist. Mit dieser Kombination wurde auch der oberste Block des Gebäudes verglast, der die öffentliche Aussichtsgalerie “The Lookout” mit spektakulärem Blick über London beherbergt – hier jedoch für höchste Farbneutralität in Kombination eisenarmem “Clearvision” Basisglas. AGC Interpane Architectural Glass lieferte für das Gebäude rund 20 verschiedene Produktkombinationen, teils auch mit vollflächiger Emaillierung, um je nach Anforderung in den unterschiedlichen Bereichen die beste Lösung für Energieeffizienz, Komfort und auch Ästhetik zu gewährleisten.
Alle Basisgläser der “ipasol”- und “iplus”-Familie sind mit dem Nachhaltigkeitszertifikat “Cradle to Cradle” in Bronze ausgezeichnet und im Zuge der neuen CO2-reduzierten Produktion der AGC-Gruppe auch als “Low Carbon”-Varianten verfügbar – mit dazugehöriger EPD. Mit dem Einsatz verbessern Architekten und Planer die Einstufung ihrer Gebäude in Umweltzertifizierungen nach DGNB, LEED, BREEAM etc.
(bt)

Jedes architektonische Hauptelement von 8 Bishopsgate besitzt einen individuellen Charakter. Der untere Baukörper wurde mit Naturstein verkleidet und besitzt große quadratische Fenster, der mittlere und der obere Block wurden vollständig doppelschalig verglast. © Dirk Lindner
Jedes architektonische Hauptelement von 8 Bishopsgate besitzt einen individuellen Charakter. Der untere Baukörper wurde mit Naturstein verkleidet und besitzt große quadratische Fenster, der mittlere und der obere Block wurden vollständig doppelschalig verglast. © Dirk Lindner