HANDWERK UND DESIGN

Ausg'spielt is!

Holzmöbel
07.09.2021

Aktualisiert am 07.09.2021

Samuel Karl geigt in seiner Tischlerei in Nussdorf am Attersee ordentlich auf und haucht mit seiner Marke "Ausgespielt“ gebrauchten und neuen Musikinstrumenten frisches Leben ein.

"Jeder hat eine zweite Chance verdient“: So lautet Samuel Karls Motto, mit dem er Musikinstrumenten neues Leben einhaucht.

Haben Sie noch Ihre alte Gitarre zu Hause im Keller rumstehen? Oder die Geige der Tochter, weil dann vielleicht doch das Schlagzeug interessanter war – oder umgekehrt? Die meisten Hobbymusiker unter uns kennen das: Irgendwann übt es sich doch nicht mehr so enthusiastisch wie zu Beginn, und zu Hause lässt man sich eher von der Sonos-Box beschallen, als selbst zu musizieren. Samuel Karl hat sich unsere Faulheit quasi zunutze gemacht: In seiner Werkstatt baut er Musikinstrumente zu funktionalen und formschönen Möbelstücken um. Nach dem Grundsatz "Jeder hat eine zweite Chance verdient“ entstehen so Einzelstücke aus Instrumenten, die jedes Interieur-Designherz höherschlagen lassen.

Frühe Prägung

Eine Trommel wird zum ganz besonderen Möbelstück.

Das Unternehmer-Gen hat sich bei Samuel Karl schon ganz früh gezeigt: "Schon als Kind wusste ich, dass ich mich irgendwann selbstständig machen will“, erzählt er. Sein Großvater war Zimmerer, sein Onkel und sein Cousin sind ebenfalls Tischler – damit ist die Liebe zum Holz quasi in der DNA der Familie verankert. Schon in jungen Jahren hat Karl leidenschaftlich gerne mit Holz gearbeitet, Bilderrahmen selbst gezimmert und sich so sein Taschengeld verdient. "Damals im Bastelkeller habe ich mir ein Schild gebastelt, wo ‘Tischlerei Karl‘ draufgestanden ist“, schmunzelt der Oberösterreicher. Nach der HTL in Hallstatt mit dem Fokus auf Möbelbau und Innenraumgestaltung sollte sein Traum recht rasch Wirklichkeit werden. Dort ist auch das erste Mal die Idee zu „Ausgespielt“ entstanden: "Bei einer Projektarbeit ging es darum, eine Shop-Einrichtung zu planen“, berichtet Karl. Und weil er als Jugendlicher selbst gern am Schlagzeug gesessen ist, war recht schnell klar: Das wird ein Musikladen. "Auf der Suche nach einem ganz besonderen und stylischen Einrichtungsmöbel habe ich wie wild drauflosgezeichnet – der Umbau eines Instruments zum Möbel hat mich danach nie losgelassen.“ Daraufhin hat er getüftelt, gesägt, gewerkt und ausprobiert – und sich stetig weiterentwickelt. Mit Erfolg: Seit 2016 ist er selbstständig, seit 2020 betreibt der Unternehmer gemeinsam mit einem Partner im Salzkammergut eine Tischlerei. Was er am Material liebt, ist für ihn dabei schnell erklärt: "Holz ist nachwachsend, unglaublich flexibel einsetzbar, stabil und variabel in der Verarbeitung. Und als naturverbundener Mensch ist es für mich ein Geschenk, jeden Tag aufs Neue mit dem Werkstoff zu arbeiten.“

Großer Anklang

Beflügelnde Wohnsituation: Aus einem alten Flügel wurde ein funktionales und schickes Möbel.

Selbst gebastelt ist das Schild jetzt nicht mehr, das am Eingang zur Tischlerei des gebürtigen Mühlviertlers hängt. Selbst gemacht sind dafür die Stücke, die er dort fertigt. Aus einem Klavier wird so schnell einmal eine gigantische Lampe, aus einer Gitarre ein schickes Regal und aus einer Trommel ein Beistelltisch – oder sogar ein Aquarium. Daran hat er lange gemeinsam mit Experten getüftelt, schließlich will ja auch die Pumpe und Technik für das fischige Zuhause integriert werden. Auf den vielen Messen, wo Samuel Karl seine Stücke präsentiert, ist neben seiner Kollektion das Aquarium immer wieder ein echter Besuchermagnet. Und auch ganz grundsätzlich gibt der Erfolg dem 28-Jährigen recht: Die Resonanz ist enorm, einige wollen sich entweder ihr gebrauchtes oder ausgedientes Instrument umbauen lassen, viele designorientierte Kunden entscheiden sich ganz bewusst für ein neues Stück. Dabei lässt sich Karl übrigens auch gerne unterstützen: Die Trommeln für die neuen Modelle lässt er sich bei einer Partnertischlerei vorfertigen – er gibt ihnen mit individueller Ausfertigung und unterschiedlichen Farben den letzten Schliff. Auch der Umbau der Flügel hat es in sich: "Jeder Flügel ist einzigartig und anders geschwungen.“ Aber auch die Jahresringe der musikalischen Einzelstücke bewegen den jungen Tischler, schließlich haben die Klaviere oft mehr als 150 Jahre auf dem Buckel. "Irgendjemand hat vor mehr als einem Jahrhundert viel Zeit und Liebe investiert, um diesen Flügel zu bauen. Für mich ist es immer wieder eine Ehre, diesen Objekten neues Leben einzuhauchen.“

Vielseitig und visionär

Eine umgebaute Trommel als Aquarium ist der Hingucker auf Messen und Veranstaltungen.

Selbst gebastelt ist das Schild jetzt nicht mehr, das am Eingang zur Tischlerei des gebürtigen Mühlviertlers hängt. Selbst gemacht sind dafür die Stücke, die er dort fertigt. Aus einem Klavier wird so schnell einmal eine gigantische Lampe, aus einer Gitarre ein schickes Regal und aus einer Trommel ein Beistelltisch – oder sogar ein Aquarium. Daran hat er lange gemeinsam mit Experten getüftelt, schließlich will ja auch die Pumpe und Technik für das fischige Zuhause integriert werden. Auf den vielen Messen, wo Samuel Karl seine Stücke präsentiert, ist neben seiner Kollektion das Aquarium immer wieder ein echter Besuchermagnet. Und auch ganz grundsätzlich gibt der Erfolg dem 28-Jährigen recht: Die Resonanz ist enorm, einige wollen sich entweder ihr gebrauchtes oder ausgedientes Instrument umbauen lassen, viele designorientierte Kunden entscheiden sich ganz bewusst für ein neues Stück. Dabei lässt sich Karl übrigens auch gerne unterstützen: Die Trommeln für die neuen Modelle lässt er sich bei einer Partnertischlerei vorfertigen – er gibt ihnen mit individueller Ausfertigung und unterschiedlichen Farben den letzten Schliff. Auch der Umbau der Flügel hat es in sich: "Jeder Flügel ist einzigartig und anders geschwungen.“ Aber auch die Jahresringe der musikalischen Einzelstücke bewegen den jungen Tischler, schließlich haben die Klaviere oft mehr als 150 Jahre auf dem Buckel. "Irgendjemand hat vor mehr als einem Jahrhundert viel Zeit und Liebe investiert, um diesen Flügel zu bauen. Für mich ist es immer wieder eine Ehre, diesen Objekten neues Leben einzuhauchen.“ (yr)

Eine Gitarre als Weinregal? Ausgespielt macht's möglich.
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