Interview Nachgefragt bei

“Der Fleißige gehört belohnt und nicht beneidet”

04.03.2025

Nachgefragt bei Peter Dertnig, Landesinnungsmeister Bau Salzburg und Geschäftsführer Wagrain Bau GmbH.

Landesinnungsmeister Bau Salzburg Peter Dertnig. © Veigl Fotografie Salzburg
Landesinnungsmeister Bau Salzburg Peter Dertnig.
© Veigl Fotografie Salzburg

Wie wird 2025 für das Baugewerbe in Salzburg? Rechnen Sie mit einer ersten Erholung, oder wird 2025 sogar noch schwerer als 2024?
Das Jahr 2025 sollte für das Salzburger Baugewerbe gut werden. Durch die neue Wohnbauförderung und dem Entfall der KIM-Verordnung belebt sich der Wohnbau. Der Mietwohnbau legt stark zu, der Wohnungskauf nicht so stark, aber er legt zu. Der Tourismus boomt, und hier sind Investitionen zu erwarten, ebenso bei der Seilbahnwirtschaft. Der Tiefbau ist stark und wird es bleiben, wenn auch einige Großprojekte verzögert werden.

Viel Arbeit durch Green Deal

Was stimmt Sie zuversichtlich, was nachdenklich?
Es ist gut, dass Österreich wächst. Leider wächst Österreich nur durch Migration, und das birgt Gefahren. Die Migrationspolitik wird in den nächsten Jahren die wichtigste sein. Am Bau ist durch den Green Deal viel Arbeit in Aussicht. Die Industrie wird sich wieder erfangen. Im Wohnbau ist einiges aufzuholen und der Tourismus wird nicht schwächer. Also sollte alles zum Besten beim Bau sein. Sorgen bereiten aber die Diskussion über den Flächenfraß und die Diskussion über die Baustoffe. Ich hoffe sehr, dass in der OIB 7 endlich Klarheit geschaffen wird.

Advertorial

Was erwarten Sie sich von der zukünftigen Bundesregierung? Welche Maßnahmen sollte Sie rasch setzen, um die Bauwirtschaft anzukurbeln?
Der Mittelstand braucht mehr Geld. Die Arbeit ist zu hoch besteuert. Der Fleißige gehört belohnt und nicht beneidet. Das Wahlversprechen, die Überstunden nicht zu besteuern, ist richtig. Dieses Wahlversprechen muss eingehalten werden. Die Bürokratie gehört abgebaut. Dadurch könnte man die Verwaltung schlanker machen. Wozu braucht es einen Bauausführenden, einen Bauführer und einen unabhängigen – mit dem Bau nicht verbundenen – Sachverständigen, der bestätigt, dass der Bau genehmigungskonform ausgeführt wurde. Die Gemeinden sind wieder mit Geld auszustatten, da diese ein großer Auftraggeber für das Baugewerbe sind.