Joint Venture

Porr und Doka gründen eine Baulogistik-Plattform

Logistik
09.09.2021

Von: Redaktion Handwerk + Bau

Die EU-Kommission gab grünes Licht für das österreichische Joint Venture des Baukonzerns Porr und des Schalungsherstellers Doka. Das Gemeinschaftsunternehmen wird eine Baulogistikplattform zur Digitalisierung und Optimierung von Bestell-, Liefer- und Abrechnungsprozess in der Bauwirtschaft anbieten.

Die EU-Kommission in Brüssel genehmigte das Joint Venture von Porr und Doka.

Im Bauprozess ist die Baulogistik einer der größten Hebel für die Produktivität. Konstant hohe Auslastungsgrade können nur durch optimales Prozessmanagement und Logistik-Know-how erzielt werden. Dennoch sind standardisierte, digitale Logistiklösungen in der Bauwirtschaft derzeit noch kaum etabliert. Auch klassische Electronic Data Interchange (EDI) oder E-Procurement Lösungen stoßen hier an ihre Grenzen und decken die komplexen Branchenanforderungen nicht zur Gänze ab.

Porr, der zweitgrößte österreichische Baukonzern, gründete daher gemeinsam mit dem Schalungshersteller Doka, einem Unternehmen der Umdasch Group, ein Joint Venture zur Schaffung einer gemeinsamen Baulogistikplattform. Unter dem Motto "Baulogistik, die verbindet" geht es um die Digitalisierung und Optimierung von Bestell-, Liefer- und Abrechnungsprozessen. Im Rahmen der Initiative soll Pionierarbeit für den gesamten europäischen Markt geleistet werden. Im ersten Schritt liegt der Fokus dabei auf dem komplexesten Baustoff, dem Ortbeton.

Smarte Baulogistik für die gesamte Branche

Die EU-Kommission hatte kartellrechtlich keine Bedenken, weshalb die Brüsseler Behörden das Gemeinschaftsunternehmen im vereinfachten Verfahren genehmigte. "Mit der Bündelung unseres digitalen und Prozess Know-hows leisten wir Pionierarbeit für die gesamte europäische Branche. Gleichzeitig legen wir das Fundament für eine bisher einzigartige Branchenlösung im Bereich der smarten Baulogistik. Denn die Digitalisierung der Wertschöpfungskette Bau kann nur gemeinsam gelingen", so Karl-Heinz Strauss, CEO der Porr. Das Gemeinsame unterstreicht auch Robert Hauser, CEO der Doka GmbH: "Ziel der Zusammenarbeit ist es, Barrieren zu eliminieren und bestehende Branchensysteme miteinander zu verbinden. Dabei legen wir größten Wert auf Vertraulichkeit zwischen Kunden und Lieferanten."

Die Porr bringt dabei ihre langjährige Expertise zum digitalen Lieferschein ein, Doka ihr Know-how aus dem Bereich Smart Pouring, einer App zur Bestellung von Beton, sowie weitere Digitalkompetenz aus der Umdasch Group. Im ersten Schritt wird das Gemeinschaftsunternehmen die Digitalisierung des Ortbetonprozesses in Angriff nehmen. Der Fokus liegt dabei auf dem europäischen Markt. Das gemeinsame Ziel: eine deutliche Reduktion des Arbeitsaufwands und die Minimierung von Fehlerquellen.

Mit klarem Fokus auf Datensicherheit und der Garantie auf Vertraulichkeit zwischen Kunden und Lieferanten, wird die neue Industrielösung für alle Marktteilnehmer zugänglich sein. Die Initiative soll eine aktive Beteiligung anderer Unternehmen fördern, um die konstruktive Arbeit an der gemeinsamen Branchenlösung voranzutreiben. (ar)

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